Kundenvorgang

Ein typischer Fall

Eine Retoure wird als B-Ware eingestuft und zur Weitergabe vorgeschlagen. Dokumentiert ist der Vorgang erst, wenn Zustand, Entscheidung, Empfänger und Beleg verbunden sind. Seit Juli 2026 ist das für große Unternehmen bei bestimmter unverkaufter Bekleidung und Schuhen auch regulatorisch relevant. [S27]

Dasselbe Muster gilt für eine gebrauchte E-Bike-Batterie: Zustandsmessung, Wiederaufbereitung und Weitergabe werden zu Ereignissen am Pass, jeweils mit Messquelle und Methode. Für Verpackungen bringt die PPWR gestaffelte Anforderungen, die gepflegte Material- und Verpackungsprofile verlangen. [S03, S04]

Kreislaufwirtschaft braucht dokumentierte Vorgänge

Bei Retouren und Restposten zählt, was tatsächlich mit der Ware geschieht. Eine vorgeschlagene Weitergabe ist noch kein erledigter Vorgang. Zustand, Entscheidung, Empfänger und Beleg sollten verbunden bleiben. Das gilt ebenso für die Reparatur eines langlebigen Produkts oder die weitere Nutzung einer Batterie.

Der regulatorische Bezug ist bereits konkret: Große Unternehmen unterliegen seit Juli 2026 dem Verbot, bestimmte unverkaufte Bekleidung und Schuhe zu vernichten. Die PPWR bringt gestaffelte Anforderungen für Verpackungen. Für beide Felder werden gepflegte Produkt- und Materialdaten wichtiger. Der Radar behandelt sie als eigene Anwendungen mit passenden Grenzen und Nachweisen. [S27, S03]

Alle Trendkarten: Kreislauf & Lebensdauer

4 Kerntrends und 2 Foresight-Felder. Die erste Karte ist geöffnet.

T13 · Kreislauf & Lebensdauerab 2027PilotierenBatterie LebenszyklusBatteriepässe mit Zustandsdaten und Historie der Wiederaufbereitung
Einsatzhorizont
2027–2028
Attraktivität
Hoch
Technische Reife
Datenmodelle verfügbar und Betriebsdaten heterogen
Confidence
Hoch

Pilotieren: Einen begrenzten Anwendungsfall mit überprüfbaren Messgrößen durchführen.

Begründete Einordnung

Hohe Attraktivität durch einen konkreten regulatorischen Anlass und den bestehenden Fokus auf Händler, Vermietung und Refurbishment. Hohe Confidence betrifft die Notwendigkeit sauberer Identität und Historie. Die Qualität und Verfügbarkeit von Zustandsdaten sind noch kundenspezifisch zu prüfen.

Konkreter Trend

Der Pass verbindet die Identität einer Batterie mit dokumentierten Lebenszyklusereignissen und Zustandsmessungen. Für State of Health werden Messzeitpunkt, Quelle und Methode mitgeführt. Wiederaufbereitung, neue Verantwortlichkeit und weitere Nutzung erscheinen als nachvollziehbare Ereignisse.

Vorgeschlagene Anwendung

Ein Vermieter erhält Batterien zurück. Das System verbindet vorhandene Zustandsdaten mit der Identität, protokolliert Tests und erzeugt einen freigabepflichtigen Vorschlag zur weiteren Nutzung. Käufer sehen die zugänglichen Informationen zur konkreten Batterie. Fehlende oder nicht vergleichbare Messungen bleiben sichtbar.

Regulatorik und Grenzen

Ab 18. Februar 2027 betrifft die Passpflicht neu in Verkehr gebrachte oder in Betrieb genommene LMT-Batterien, Industriebatterien über 2 kWh und Elektrofahrzeugbatterien. Zugriffsrechte und Verantwortlichkeit sind passend zum Vorgang zu prüfen. Eine Händlerlösung darf unzugängliche Herstellerdaten nicht als erhoben ausgeben. [S04]

Daten und Technik

IDTA beschreibt AAS-Teilmodelle für Batteriepässe. Empfohlen sind eine dauerhafte Identität, Ereignisprotokolle und Schnittstellen zu Prüfgeräten oder bereitgestellten Herstellerdaten. Sicherheits- oder Eignungsentscheidungen brauchen ein separates fachliches Verfahren; ein SoH-Wert allein genügt nicht. [S25, S16, S17]

Gegenargument

Zustandswerte unterschiedlicher Hersteller sind nicht automatisch vergleichbar. Ein digitaler Pass kann fehlende Messungen und technische Sicherheitsprüfungen nicht ersetzen.

Pilot und vorgeschlagene Messgrößen

Vorgeschlagener Pilot: 20 reale Batterien aus einer definierten Kategorie. Einen Rücknahme- und Wiederaufbereitungsprozess durchspielen. Messen: korrekt verknüpfte Identitäten, belegte Zustandsangaben und nachvollziehbare Übergaben der Datenverantwortung.

Quellen

S04 · S25 · S16 · S17

Letzte fachliche Prüfung: Quellenstand 11. Oktober 2026 · Version 2026.10-Foresight-2040 · Direktlink: /trendradar#trend-13

T14 · Kreislauf & LebensdauerHeute nutzbarAufbauenCircular Stock EntscheidungenNachvollziehbare Entscheidungen über unverkaufte Waren und Retouren
Einsatzhorizont
2026
Attraktivität
Hoch
Technische Reife
Regel und Workflow Technik verfügbar
Confidence
Hoch

Aufbauen: Eine gemeinsame Grundlage priorisieren.

Begründete Einordnung

Hohe Attraktivität durch einen klar umrissenen Kundenprozess und den bestehenden Circular-Stock-Bezug. Die benötigte Softwaretechnik ist verfügbar. Der Nutzen entsteht durch vollständige Bestands- und Ereignisdaten sowie die tatsächliche Umsetzung der vorgeschlagenen Wege.

Konkreter Trend

Unverkaufte Waren und Retouren werden anhand von Zustand, Ursache, Restwert und rechtlich zulässigen Wegen bearbeitet. Das System dokumentiert die Entscheidung, etwa Wiederverkauf, Reparatur oder geeignete Weitergabe, und speichert den Nachweis des tatsächlich ausgeführten Vorgangs.

Vorgeschlagene Anwendung

Eine Textilcharge wird retourniert. Circular Stock ordnet den Zustand anhand kontrollierter Merkmale ein, schlägt einen zulässigen Weg vor und fordert notwendige Belege an. Ein dokumentierter Ausnahmefall wird getrennt behandelt. Der Vorgang ist erst abgeschlossen, wenn die tatsächliche Weitergabe oder Behandlung belegt ist.

Regulatorik und Grenzen

Das Verbot der Vernichtung bestimmter unverkaufter Bekleidung, Accessoires und Schuhe gilt seit 19. Juli 2026 für große Unternehmen; mittlere Unternehmen folgen 2030. Ausnahmen und Offenlegung müssen anhand der konkreten Vorschriften geprüft werden. Weitergabe oder Recycling sind nicht pauschal ein zulässiger Ausweg. [S27]

Daten und Technik

Empfohlen: SKU und Charge, Stückzahl, Gewicht, Zustand, Retourengrund, Entscheidung, Empfänger, Beleg und Ausnahmegrund. Regeln werden fachlich freigegeben; KI kann die Erfassung unterstützen. Entscheidungsstatus und tatsächlich erledigter Vorgang bleiben getrennte Felder.

Gegenargument

Eine Softwareempfehlung verbessert die Kreislaufführung erst, wenn geeignete Abnehmer und operative Prozesse existieren. Zusätzliche Transporte oder spätere Entsorgung können den Nutzen begrenzen.

Pilot und vorgeschlagene Messgrößen

Vorgeschlagener Pilot: 100 Retouren oder Restposten in einer Warengruppe. Messen: dokumentierte Verbleibe, fehlende Nachweise, Bearbeitungszeit und realisierte Weiterverwendung. Vermiedene Emissionen nur mit explizitem Vergleichsszenario ausweisen.

Produktbezug (intern bestätigt)

Quellen

S27 · S15 · S26

Letzte fachliche Prüfung: Quellenstand 11. Oktober 2026 · Version 2026.10-Foresight-2040 · Direktlink: /trendradar#trend-14

T15 · Kreislauf & Lebensdauerab 2027PilotierenVerpackungs DatenprofilePPWR Datenprofile für Verpackungszusammensetzung und Recyclingbewertung
Einsatzhorizont
2027–2028
Attraktivität
Hoch
Technische Reife
Datenpflege verfügbar und Detailregeln gestaffelt
Confidence
Hoch

Pilotieren: Einen begrenzten Anwendungsfall mit überprüfbaren Messgrößen durchführen.

Begründete Einordnung

Hohe Attraktivität für Hersteller und Händler mit vielen Verpackungsvarianten. Eine zentrale Verpackungsstückliste ist heute umsetzbar. Die Bewertung gegen vollständige künftige Recyclingkriterien muss den jeweiligen Stand der Detailregeln berücksichtigen.

Konkreter Trend

Verpackungen erhalten strukturierte Datensätze auf Komponentenebene. Material, Masse, Beschichtung, Klebstoffe, Druck, Verschluss und Nachweise zu Rezyklat werden einem Produkt und Markt zugeordnet. Das erlaubt unterschiedliche regulatorische und ökologische Auswertungen aus einer gepflegten Grundlage.

Vorgeschlagene Anwendung

Ein Händler dokumentiert Beutel, Etikett und Versandkarton separat. Eine Materialänderung aktualisiert betroffene Verpackungsprofile und LCA-Varianten. Der Prüfstatus unterscheidet nachgewiesene Zusammensetzung, offene Lieferantenangaben und eine vorläufige Bewertung. Daten für zusätzliche nationale Pflichten werden gesondert ausgegeben.

Regulatorik und Grenzen

Die PPWR 2025/40 gilt grundsätzlich seit 12. August 2026, mit gestaffelten Anforderungen. Zentrale Maßnahmen zu Recyclingfähigkeit und Rezyklat werden insbesondere ab 2030 relevant. Das ersetzt keine Prüfung der Artikel, Produktkategorien, Ausnahmen und nationalen ergänzenden Vorgaben. [S03]

Daten und Technik

Empfohlen: versionierte Verpackungsstückliste, Lieferantennachweise, Felder für Kontaktanwendung und Verwendungszweck sowie Regeln mit eindeutiger Quelle. Eine LCA mit geringem CO₂-Wert belegt nicht automatisch Recyclingfähigkeit. Für jede Aussage ist der passende Prüfgegenstand zu speichern.

Gegenargument

Die letzte Detailregel kann sich ändern, während Lieferantenangaben fehlen. Ein kostenintensives starres Formular riskiert Nacharbeit; ein erweiterbares Modell ist geeigneter.

Pilot und vorgeschlagene Messgrößen

Vorgeschlagener Pilot: 30 Verpackungsvarianten einer Kundengruppe. Messen: Anteil vollständig belegter Komponenten, Aufwand zur Lieferantenklärung und korrekt nachgeführte Produktzuordnungen bei einer Materialänderung.

Quellen

S03 · S23 · S14

Letzte fachliche Prüfung: Quellenstand 11. Oktober 2026 · Version 2026.10-Foresight-2040 · Direktlink: /trendradar#trend-15

T16 · Kreislauf & Lebensdauerab 2029PilotierenKreislauf ZwillingeEreignisbasierte digitale Zwillinge für Reparatur und zweite Nutzung
Einsatzhorizont
2029–2031
Attraktivität
Mittel
Technische Reife
AAS Grundlage verfügbar und Ereignisnetze im Aufbau
Confidence
Mittel

Pilotieren: Einen begrenzten Anwendungsfall mit überprüfbaren Messgrößen durchführen.

Begründete Einordnung

Mittlere Attraktivität für langlebige, höherwertige Produkte. Die Datenmodellierung ist verfügbar. Ein breiter Einsatz hängt davon ab, ob Werkstätten, Hersteller und Nutzer Ereignisse erfassen und weitergeben; darum liegt die integrierte Anwendung im mittleren Horizont.

Konkreter Trend

Ein digitaler Produktzwilling ergänzt Stammdaten um konkrete Ereignisse: Einbau, Wartung, Reparatur, Teiletausch, Eigentums- oder Nutzungswechsel und Rücknahme. Ereignisse verweisen auf die beteiligten Komponenten und Belege. Eine kontinuierliche Echtzeit-Simulation ist für diesen Trend nicht erforderlich.

Vorgeschlagene Anwendung

Ein repariertes Gerät bekommt ein neues Modul. Das System aktualisiert die Komponentenbeziehung und lässt den ursprünglichen Zustand nachvollziehbar. Ein Wiederaufbereiter sieht freigegebene Reparaturinformationen. Die Daten können eine spätere Lebensdaueranalyse unterstützen, sofern Nutzung und Datenlücken berücksichtigt werden.

Regulatorik und Grenzen

Der Data Act gilt allgemein seit 12. September 2025; bestimmte Gestaltungsanforderungen betreffen neu in Verkehr gebrachte verbundene Produkte ab 12. September 2026. Welche Daten zugänglich sind und wer sie weitergeben darf, bleibt vom konkreten Produkt und Rechtsverhältnis abhängig. [S13]

Daten und Technik

AAS bietet strukturierte Produkt- und Teilmodelle. Empfohlen sind ein schmaler Ereignisstandard, Rollenrechte, Verknüpfungen zu Komponenten und eine Offline-Erfassung für Werkstätten. Nutzeridentität sollte nur erhoben werden, wenn sie für den Zweck erforderlich ist. [S25]

Gegenargument

Unvollständige Ereignisse können einen lückenlosen Lebenslauf vortäuschen. Ohne regelmäßige Partnerbeiträge bleibt der Zwilling ein weiterer, schnell veraltender Datenbestand.

Pilot und vorgeschlagene Messgrößen

Vorgeschlagener Pilot: Ein langlebiges Produkt, zwei Servicepartner und 30 dokumentierte Ereignisse. Messen: Erfassungsquote, richtig verknüpfte Komponenten und zusätzliche Informationen, die eine Weiterverwendung tatsächlich erleichtern.

Quellen

S25 · S13 · S14

Letzte fachliche Prüfung: Quellenstand 11. Oktober 2026 · Version 2026.10-Foresight-2040 · Direktlink: /trendradar#trend-16

T23 · Kreislauf & LebensdauerForesight 2037–2040BeobachtenDemontage aus PassdatenPassgesteuerte Robotik mit rückgemeldeten Demontageereignissen
Einsatzhorizont
2037–2040 (Fenster 2035–2040)
Attraktivität
Hoch
Technische Reife
Robotische Demontage in Forschungs- und Industrieprojekten; flexible Gesamtlösung produktabhängig
Confidence (Langfrist)
Niedrig

Beobachten: Verlangt einen definierten externen Auslöser. Foresight: Planungshorizont, keine Erfolgswahrscheinlichkeit.

Begründete Einordnung

Attraktiv für Batterien und hochwertige Geräte mit wiederverwendbaren Komponenten. Der Horizont betrifft die robuste Zusammenarbeit vieler Produktvarianten, Passanbieter und Demontageanlagen. Einzelne automatisierte Schritte sind bereits Gegenstand heutiger Projekte. Sustainistas mögliche Rolle ist die Daten- und Nachweisschicht mit einem Anlagenpartner.

Belegter technischer Ausgangspunkt

Das EU-Projekt REINFORCE sieht Batteriediagnostik, robotisches Zerlegen und eine nachvollziehbare Passhistorie für weitere Nutzungsphasen vor. Die Projektbeschreibung belegt das konkrete Entwicklungsfeld, keine vollständig gelöste industrielle Demontage beliebiger Altbatterien. [S38]

Vorgeschlagene Anwendung

Eine Demontageanlage könnte für eine bekannte Batterievariante freigegebene Informationen zu Bauteilen, Verbindungen und Gefahren abrufen. Nach einer tatsächlich ausgeführten Trennung werden neue Modul- oder Materialidentitäten, Prüfergebnisse und Verbleib zurückgemeldet. Sustainista könnte die Zuordnung zwischen ursprünglichem Pass und den entstandenen Komponenten führen.

Regulatorik und Grenzen

Batteriepass, Abfallstatus, Arbeitssicherheit und Anforderungen an die konkrete Anlage sind getrennt zu prüfen. Ein DPP darf Sicherheitsfreigaben nicht durch bloße Datenverfügbarkeit ersetzen. Die Nachweislogik berücksichtigt, dass eine Wiederverwendung, eine Wiederaufbereitung und ein Recycling unterschiedliche Vorgänge sind. [S04]

Daten und Technik

Benötigt werden variantengenaue Stücklisten, geprüfte Demontagehinweise, zulässige Arbeitsschritte, Zustand und Identitätsbeziehungen. Eine Anlagen-API erhält nur freigegebene Informationen. Das Ausführungsprotokoll erfasst tatsächlichen Schritt, Zeit, Prüfresultat, Materialmenge und Ausnahme. Die Steuerungs- und Sicherheitslogik verbleibt beim geeigneten Anlagenpartner; ein Sprachmodell erteilt keine freie Bewegungsanweisung.

Gegenargument

Unbekannte Umbauten, Korrosion, Verklebung und Schäden können einen vorgesehenen Demontageweg unbrauchbar machen. Fehlende Herstellerdaten begrenzen den Nutzen. Anlage, Durchsatz und Arbeitsschutz können die Wirtschaftlichkeit stärker bestimmen als die Qualität des Passes.

Heutige Prüfung und Beobachtungssignale

Zunächst mit einem Anlagenpartner einen freigegebenen Produkttyp betrachten. Vorgeschlagene Kennzahlen: sicher erfolgreich ausgeführte Schritte, Eingriffe je Einheit, korrekt zugeordnete Komponenten, nachvollziehbare Materialbilanz und Kosten. Beobachtungssignal: sichere Beherrschung mehrerer Varianten mit nachprüfbaren Rückmeldungen statt ausschließlich vorprogrammierter Einzelmodelle.

Bedingtes Szenario 2035

Geschlossene Prozesse für definierte Batterie- oder Gerätefamilien könnten mehrere Nutzungsphasen mit konsistenten Identitäten verbinden.

Bedingtes Szenario 2040

Ein breiterer Anlagenverbund könnte Passdaten und reale Demontageresultate austauschen. Diese eigene Hypothese setzt Herstellerzugang, sichere Prozesse und tragfähige Mengen voraus.

Unterschied zu bisherigen Trends

T16 bildet Ereignisse eines Produkts ab. T23 verbindet freigegebene Passinformationen mit einer physischen Bearbeitung und deren überprüfbarem Ergebnis.

Quellen

S38 · S04 · S25

Letzte fachliche Prüfung: Quellenstand 11. Oktober 2026 · Version 2026.10-Foresight-2040 · Direktlink: /trendradar#trend-23

T24 · Kreislauf & LebensdauerForesight 2037–2040ErkundenBiokatalytische RecyclingroutenBiokatalytisches Recycling mit datenbasierter Prozess- und Chargenzuordnung
Einsatzhorizont
2037–2040 (Fenster 2035–2040)
Attraktivität
Mittel
Technische Reife
Polymerabhängige Forschung und begrenzte Skalierung; Mischströme besonders anspruchsvoll
Confidence (Langfrist)
Niedrig

Erkunden: Eine Forschungsfrage ohne Produktzusage. Foresight: Planungshorizont, keine Erfolgswahrscheinlichkeit.

Begründete Einordnung

Eine mögliche neue Verwendungsoption für ausgewählte Textil- und Kunststoffströme. Der Nutzen hängt von tatsächlichem Verfahren, Materialreinheit und Folgeprodukt ab. Sustainista sollte die geeignete Route und ihre Belege verwalten; der Aufbau eines eigenen biotechnologischen Recyclingverfahrens folgt daraus nicht.

Belegter technischer Ausgangspunkt

Forschung zu PET-Hydrolasen fordert kontrollierte, vergleichbare Prüfbedingungen. Eine Studie von 2025 verbindet chemische Hydrolyse von Polyamiden mit mikrobieller Weiterverarbeitung durch einen veränderten Bakterienstamm. Die beiden Ansätze sind zu unterscheiden: Der Polyamidnachweis ist kein Beleg für ein rein enzymatisches Verfahren für alle Nylons oder beliebige Mischtextilien. [S39, S40]

Vorgeschlagene Anwendung

Circular Stock könnte bei einer definierten Restpostencharge zusätzliche Angaben zu Fasern, Beimischungen und Zustand erfassen. Ein Fachpartner prüft, ob Wiederverwendung, mechanisches Recycling oder eine tatsächlich angebotene biokatalytische Route geeignet ist. Sustainista könnte Annahmekriterien, Transport, Behandlungsergebnis und Qualität des erzeugten Stoffes nachvollziehbar verbinden.

Regulatorik und Grenzen

Die Zulässigkeit einer Stoffstromroute hängt von Produkt, Abfallstatus, Anlage und tatsächlichem Ausgangsmaterial ab. ESPR, Verpackungsvorgaben oder Regeln zum Warenverbleib versprechen keine allgemeine Anerkennung eines Laborverfahrens. Umweltangaben müssen sich auf den realen Prozess und dessen belegte Systemgrenze beziehen. [S03, S05, S26, S27]

Daten und Technik

Ein Routenprofil speichert akzeptierte Polymere, störende Additive, erforderliche Vorbehandlung, zulässige Verschmutzung, Prozesspartner und Prüfstand. Chargenakten enthalten Input und Output, Ausbeute, Energie, Wasser, Chemikalien, Nebenprodukte und Qualitätsprüfung. Eine spätere Berechnung unterscheidet theoretisch rückgewinnbare Stoffe von tatsächlich erzeugten, nutzbaren Produkten.

Gegenargument

Vorbehandlung, Farbstoffe und Beimischungen können das Verfahren verteuern oder blockieren. Gute Laborresultate sagen wenig über kontinuierlichen Betrieb aus. Eine chemisch oder biologisch aufwendige Route kann gegenüber direkter Wiederverwendung oder mechanischem Recycling schlechter abschneiden.

Heutige Prüfung und Beobachtungssignale

Eine eng spezifizierte Charge mit einem geeigneten Verfahren und mindestens einer realen Alternative vergleichen. Messgrößen: akzeptierter Input, nutzbarer Output, Reinheit, tatsächliche Energie- und Stoffverbräuche sowie Aufwand je nutzbarem Output. Beobachtungssignal: wiederholter Betrieb mit realen Chargen und veröffentlichter Bilanz; Presseankündigungen oder Laborquoten reichen nicht.

Bedingtes Szenario 2035

Einzelne definierte Stoffströme könnten verlässliche Annahmekriterien und Behandlungsketten erhalten, soweit Verfahren und Abnehmer funktionieren.

Bedingtes Szenario 2040

Eine eigene Zukunftshypothese ist ein datenbasiertes Netz verschiedener Recyclingrouten, das Chargeneigenschaften und tatsächliche Umweltwirkungen berücksichtigt. Ein universelles Enzymverfahren wird nicht vorausgesetzt.

Unterschied zu bisherigen Trends

T14 entscheidet über den Warenverbleib anhand vorhandener Wege. T24 ergänzt neue polymerabhängige Verfahrensoptionen und die dafür erforderliche Prozess- und Stoffbilanz.

Produktbezug (intern bestätigt)

Quellen

S39 · S40 · S03 · S05 · S26 · S27

Letzte fachliche Prüfung: Quellenstand 11. Oktober 2026 · Version 2026.10-Foresight-2040 · Direktlink: /trendradar#trend-24

Nächster Schritt

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